Hilfe konkret

Das Gebiet um Léogâne ist am stärksten von den Zerstörungen betroffen. Die Otto Bock Stiftung stellt sich der Herausforderung, zum Aufbau einer medizintechnischen Infrastruktur beizutragen. Dies geschieht in enger Abstimmung mit vor Ort aktiven Partnern wie der Johanniter Unfallhilfe. Der erste Schritt war die Errichtung eines Versorgungscamps in Léogâne mit einer mobilen Orthopädie-Werkstatt durch die Johanniter Unfallhilfe. Inzwischen erfolgt dort die Versorgung von Patienten mit orthopädischen Hilfsmitteln wie Prothesen und Orthesen. Möglich ist dies seit etwa April 2010, da zunächst die nach Amputationen erforderliche Wundheilungsphase abzuwarten war. Es ist das Bestreben der vor Ort tätigen Hilfsorganisationen, möglichst schnell in feststehende Gebäude umzuziehen. Dabei werden die bisher in mobilen und temporären Einrichtungen betriebenen Maschinen und Arbeitsgeräte übernommen und weiter genutzt.

Nachhaltigkeit durch Ausbildung
Neben der Versorgung von Amputierten haben erfahrene internationale Experten inzwischen damit begonnen, in Léogâne Trainees zu schulen. „Damit aus dem Einsatz der internationalen Helfer eine nachhaltig tragfähige Struktur hervorgeht, ist es unumgänglich, im Land frühzeitig Mitarbeiter zu qualifizieren, die dauerhaft Versorgungen in eigener Verantwortung realisieren können.” so ein erfahrener Otto Bock Orthopädie-Techniker, der im Auftrag der Otto Bock Stiftung für vier Wochen im Versorgungscamp in Léogâne Patienten versorgte und die Schulungen der Trainees durchführte. Zum Aufbau der Infrastruktur gehört deshalb auch, Ausbildungsmöglichkeiten im Land zu schaffen. Im Erfolgsfall wird dies dazu führen, dass die Versorgungssituation besser sein wird als sie es in einem der ärmsten Länder der Erde vor dem Erdbeben war.

Fachwissen und praktische Erfahrung
In der Ausbildung erkennt die Otto Bock Stiftung eine zentrale Aufgabe, die ein kontinuierliches Engagement mindestens über drei bis sechs Jahre erfordern wird. Die Ausbildung zum Orthopädietechniker geschieht innerhalb eines 3-jährigen Ausbildungsprogramms. Theoretische Grundlagen der technischen Orthopädie werden im Rahmen eines Fernstudiums und regelmäßigen Präsenzphasen in Port au Prince vermittelt. Die praktische Ausbildung erfolgt in den jeweiligen Versorgungsbetrieben an der Seite erfahrener Orthopädie-Techniker. Aufgrund der sich zurzeit darstellenden Bedarfe und Kapazitäten ist es sehr wahrscheinlich, dass nach Abschluss der ersten Ausbildungsperiode eine weitere gestartet wird.

Stipendien für angehende Orthopädie-Techniker
Ziel ist es, lokale Trainees, die sich für diesen Studiengang bewerben, mit einem international anerkannten Abschluss zu qualifizieren. Hierfür fallen Kosten an: Studiengebühren, Reisen nach Port au Prince, Lehrmaterial und weiteres. Die Otto Bock Stiftung stellt für fünf oder mehr Studenten Stipendien zur Verfügung, um diese Berufsausbildung zu ermöglichen.

Darüber hinaus hat die Otto Bock Stiftung die Absicht, die Entsendung weiterer Versorgungsspezialisten zu finanzieren, um Menschen nach besonders komplexen Amputationen bestmöglich zu versorgen.

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Noch immer bietet Haiti ein Bild der Verwüstung.
Wasserversorgung mit einfachsten Mitteln.
Ein Otto Bock Orthopädietechniker prüft die Stumpfverhältnisse einer Patientin.
Durch die Gipsabnahme des Stumpfes entsteht ein so genanntes Gipsnegativ. Je präziser es erarbeitet wird, um so besser ist später die Verbindung von Körper und Prothese.
Aus dem Gipsnegativ hat ein Trainee das Gipspositiv gefertigt. Ein Otto Bock Orthopädietechniker betreut die handwerkliche Arbeit.
Jetzt wird über das Gipspositiv ein erwärmtes Kunststoffplattenmaterial gezogen. Dieses Verfahren, aus dem dann der patienten-individuelle Schaft entsteht, nennt man Tiefziehen.
Auf Grundlage des Gipspositiv ist der Prothesenschaft erstellt worden, den hier ein Trainee weiter bearbeitet.
In der mobilen Werkstatt befinden sich alle notwendigen orthopädietechnischen Geräte und Maschinen, die zur Herstellung eines Prothesenschaftes benötigt werden.
Der kleine Choute benötigt eine Oberschenkelprothese, die während seines Wachstums immer wieder angepasst werden muss.
Choute lernt mit seiner Oberschenkelprothese wieder laufen.
Hilfskräfte machen Mut und lassen ihre Patienten nicht allein.
Anfangs benötigt Choute noch Gehhilfen.
Choute im Kreis seiner Familie.
Sneily hat eine Unterschenkelprothese erhalten und spielt wieder mit dem Ball.
Sneily kommt mit ihrer neuen Prothese von Anfang an gut zurecht.
Konkrete Hilfe für Sneily und Choute: Unter- und Oberschenkelprothese.

Sieben Armprothesen für Kinder und Jugendliche in Haiti

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…herrscht in Haitis Straßen noch Verwüstung und Chaos.

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